Samstag 04.04.2020

– Über Langsamkeit

Dr. Jörn Schafaff

In deutscher Sprache mit englischer Übersetzung | in German language with English translation

Ausstellungen gelten als statische Ansammlungen von Objekten, die dem Fluss der Zeit enthoben sind. Aufführungen finden dagegen in der Zeit statt, man folgt der Inszenierung vom Anfang bis zum Ende. Als kulturelle Formen wirken beide heutzutage eigentümlich aus der Zeit gefallen. Wir leben in einer digitalen Kultur, die von zeitlicher Deregulierung, Online-Verfügbarkeit und permanenten Updates geprägt ist. Wie sollen sich Kunst und Theater dazu verhalten? Ist ihr Anachronismus vielleicht gerade ihre Chance?


On Slowness

Exhibitions are considered as static accumulations of objects, which are removed from the flow of time. Performances, in contrast, happen within time, one follows a staging from its beginning to its end. As cultural forms, nowadays, both seem somewhat from another era. We are living in a digital culture which is characterized by temporal deregulation, online availability and permanent updates. How should the visual and the performance arts respond to and reflect this? Is their anachronism maybe even to their advantage?



Jörn Schafaff ist ein Kunstwissenschaftler, der bevorzugt zwischen den Disziplinen arbeitet. Seine Lehre und Forschung beschäftigen sich derzeit vor allem mit der Ausstellung als künstlerischem Medium und kulturellem Format der Präsentation – mit einem besonderen Fokus auf den wechselseitigen Beziehungen zwischen bildender Kunst und anderen künstlerischen und nicht-künstlerischen Praxisfeldern. Zu seinen Publikationen als Autor und Herausgeber zählen Kulturen des Kuratorischen (2012), Assign & Arrange: Methodologies of Presentation in Art and Dance (2014) und Sowohl als auch Dazwischen: Erfahrungsräume der Kunst (2015). Seine jüngste Monographie, Rirkrit Tiravanija: Set, Szenario, Situation (2018), wird gerade ins Thailändische und Englische übersetzt. Anfang 2019 kollaborierte er mit Ari Benjamin Meyers an dessen Ausstellung Tacet, im Rahmen derer er auch sein Debut als Performer gab.

Jörn Schafaff (b. 1970, Germany) is an art scholar who preferably works in between the disciplines. His research and teaching currently focusses mainly on the exhibition as an artistic medium and cultural format of presentation – with a special focus on the interrelations between visual art and other artistic and non-artistic fields of practice. His publications as author and editor include Cultures of the Curatorial (2012), Assign & Arrange: Methodologies of Presentation in Art and Dance (2014) and Sowohl als auch Dazwischen: Erfahrungsräume der Kunst (2015). His most recent monograph, Rirkrit Tiravanija: Set, Szenario, Situation (2018), is currently being translated into Thai and English. In early 2019 he collaborated with Ari Benjamin Meyers on the exhibition Tacet, making his debut as a performer in the show.

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